Chronik – 125 Jahre Soda aus Staßfurt

Das Sodawerk in Staßfurt ist ein traditionsreiches Unternehmen, das seit 125 Jahren die lokalen Steinsalz- und Kalksteinvorkommen für die Sodaproduktion nutzt. Das heutige Sodawerk basiert auf der Gründung der "Sodafabrik Staßfurt" durch die Aktiengesellschaft der Chemischen Fabrik Magdeburg Buckau im Jahr 1882. Im Lauf seiner Geschichte wurde das Werk mehrfach erweitert und nach dem jeweiligen technischen Stand modernisiert.

1882

Am 27.07.1882 erfolgte durch die Aktiengesellschaft der Chemischen Fabrik Magdeburg-Buckau die Grundsteinlegung

 

1883

Im Juli beginnen die Sodaproduktion nach dem Ammoniak-Soda-Verfahren und die Herstellung von Ätznatron (kaustische Soda)

 

1884

Infolge technischer Schwierigkeiten wird die Fabrik am 04.08.1884 vorrübergehend stillgelegt. Zur Beseitigung der Probleme werden die Apparate umgestaltet

 

1885/
1886

Nach Überwindung der technischen Schwierigkeiten erfolgt die Wiederaufnahme der Produktion mit der geplanten Kapazität von zehn Tonnen pro Tag kalzinerte Soda

 

1888

Aufnahme der Produktion von Kristallsoda

 

1921

Besitzübergang zur Goldschmidt AG; Produktionshöhe: 75 Tonnen pro Tag kalzinierte Soda

 

1925

Aufnahme der Natron-Produktion (Natriumhydrogenkarbonat)

 

1927

Überführung des Werkes in eine GmbH (50 % Th.-Goldschmidt/50 % Preußag Berlin); hierdurch Sicherung der Rohstoffbasis (Steinsalz und Braunkohle)

 

1945

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs kommt das Werk im April 1945 zum Erliegen und kann erst im Dezember 1945 wieder angefahren werden

 

1946

Ab 26.03.1946 erfolgt auf Befehl der SMAD die Demontage großer Teile der Produktionsanlagen, die in den letzten zehn Jahren neu errichtet worden waren. Die Ätznatronfabrik wurde vollständig demontiert. Die Kapazität der Sodaproduktion sank auf 120 bis 130 Tonnen pro Tag kalzinierte Soda.

Die Fabrik erhielt die neue Bezeichnung: Industrie-Werke Sachsen-Anhalt, Sodafabrik Staßfurt.

 

1952

Nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren wurde am 19.07.1952 der Sodabetrieb II in Betrieb genommen. Die projektierte Leistung betrug 300 Tonnen pro Tag kalzinierte Soda. Sie wurde aber erst einige Jahre später erreicht.

 

1951/
1952

Erneute Änderung der Firmenbezeichnung in VVB(Z) "Alkali Sodafabrik Staßfurt", ein Jahr später in VEB Sodawerk "Fred Oelßner" Staßfurt.

 

1965

Zusammenlegung mit der Sodafabrik Bernburg zum "VEB Vereinigte Sodawerke Bernburg-Staßfurt" am 01.01.1965

 

1966

Stillegung des Sodabetriebs I wegen Überalterung der Anlagen mit dem Ziel der Rekonstruktion.

 

1969/
1970

Nach Rekonstruktion der Anlagenteile wurde der Sodabetrieb I am 09.09.1969 wieder angefahren.

 

1982

Beginn der Herstellung der Sonderqualität Soda-Reinst am 01.11.1982
Kapazität der Anlage = 60 Jahrestonnen

 

1991

Reprivatisierung des Sodawerks Staßfurt am 19.06.1991. Das Werk wird von der Treuhandanstalt an die dänische Firma Lars Christensen A/S verkauft.

 

1993

Am 12.10.1993 wurde das Sodawerk Staßfurt erstmals und als erstes Chemieunternehmen in den neuen Bundesländern nach der europäischen Qualitätsnorm DIN EN ISO 9001 zertifiziert.

 

1995

Die Münchener BVT-Finanz-Gruppe erwirbt die Mehrheitsbeteiligung am Sodawek Staßfurt. Das Sodawerk Staßfurt firmiert nunmehr unter der Bezeichnung Sodawerk Staßfurt GmbH & Co. KG.

 

1996

Inbetriebnahme eines hochmodernen Industriekraftwerks mit Gas- und Dampfturbinen auf dem Gelände der ehemaligen Achenbachfabrik.

 

1997/
1998

Neubau einer Natronfabrik

 

1998

Abschluss der Investitionsstufen im Werk II und Stillegung von Werk I

 

2001

- Abriss der stillgelegten Produktionsanlagen im Sodabetrieb I
- Zertifizierung des Umweltmanagementsystems nach der DIN EN ISO 14001 und der EG-Öko-Audit-Verordnung

 

2007

Das im Sommer 2007 von der Private Equity-Gesellschaft ECM in Frankfurt mehrheitlich erworbene Sodawerk wurde am 21. November an den polnischen Konzern Ciech SA verkauft.

Zusammen mit den „Ciech Soda Kapazitäten“ gehört SWS ab sofort zu der zweitgrößten Herstellergruppe für Sodaprodukte in Europa. Aufgrund der geostrategischen Lage und der durch ECM ermöglichten modernen Ausrichtung seiner Kapazitäten wurde SWS für Ciech zu einem strategischer Wunschpartner.

 

 

Quellen:

1882-1947:  Niederschrift "Sodafabrik Staßfurt" von Dr. Ing. Otto Ralfs vom 05.04.1947

1947-1983:  Von der "Buckauer" zum Volkseigenen Betrieb "Karl Marx" aus dem Jahre 1983

1983-2007:  Eigene Recherchen

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