Was ist Soda?

Soda, Natriumcarbonat (Na2CO3), ist chemisch gesehen das neutrale Natriumsalz der Kohlensäure. Soda gehört neben Kochsalz zu den wichtigsten Ausgangsstoffen für eine Vielzahl synthetisch hergestellter chemischer Produkte.
Archäologische Funde von Gefäßen und Perlen aus Glas sowie Bild- und Schriftquellen aus der vorchristlichen Zeit belegen bereits die Anwendung bei der Glasherstellung, als Reinigungs- und Bleichmittel sowie den regen Handel mit Natursoda mineralischer Herkunft (zum Beispiel im Wadi Natrun in Ägypten; etwa vier Prozent Na2CO3 und 25 Prozent NaHCO3).
Eine weitere historische Methode zur Sodagewinnung war die Herstellung von Soda aus der Asche von See- und Strandpflanzen (deshalb engl. "soda ash").
Mit dieser bis in das 19. Jahrhundert praktizierten Gewinnungsart konnte der Bedarf an Soda im Zeitalter der Industrialisierung nicht mehr gedeckt werden.
Die Großproduktion wurde erst möglich, nachdem ein vom Franzosen Le Blanc (1742-1806) entwickeltes Verfahren technisch angewendet werden konnte.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte der Belgier Ernest Solvay (1838-1922) ein Verfahren, das von preiswert zu gewinnendem Steinsalz und Kalkstein ausging. Die doppelte Umsetzung dieser nicht freiwillig ablaufenden chemischen Reaktion gelang Ernest Solvay durch den Einsatz von Ammoniak als Reaktionsvermittler.
Das sogenannte Ammoniak-Soda-Verfahren hat das Le Blanc-Verfahren vollständig verdrängt. Es ist in technisch weiterentwickelter Form noch immer die Grundlage von synthetisch hergestellter Soda.

